Als ich heute die Dokumentation über The Minimalists auf Netflix sah, wurde mir klar, was ich schon lange ahnte: Konsum und Besitz machen nicht dauerhaft glücklich.

Vor einem Jahr hatte ich noch einen Fulltime-Job oder besser gesagt eine 50-Stunden-Woche und auf jeden Fall mehr Geld als jetzt. Ich konnte mir jederzeit online Sachen bestellen, essen gehen oder einen Kurztrip planen. Und das tat ich auch. Komischerweise war ich dennoch nicht glücklich. Im Gegenteil. Jetzt, da ich weniger Geld habe und weniger besitze, bin ich viel zufriedener und glücklicher.

Ich erinnere mich noch an einen Tag, an dem ich bedrückt aus der Arbeit kam und aus lauter Frust und wahrscheinlich auch um meinen Glückspegel aufzuladen, einfach online Kleidung bestellte. Die Sachen kamen eine Woche später an. Ich war für einige Tage zufrieden, zog die Sachen vielleicht nur ein paar Mal an, bis ich wieder frustriert nach Hause kam. Ich merkte, dass der Job einfach nicht zu mir passte und ich immer unzufriedener wurde.

credits by Hannah Richlik

Schließlich kündigte ich. Der Tag war eine ziemliche Erleichterung.

Seitdem habe ich viel mehr Zeit für die Dinge, die mir wirklich Freude bereiten:

Schreiben, lesen, bloggen, fotografieren, studieren, Rad fahren, spazieren gehen, kochen, mehr Zeit für Freunde  – die Liste ist lang.

Ich bin sozusagen eine typische Person der Generation Y. Oft haben wir es mit dem Argument der Vor-Generation, aber auch mit Menschen aus meiner Generation mit dem Vorwurf zu kämpfen „nicht leistungswillig genug zu sein“ für diese Gesellschaft.

Dabei belegt sogar eine Studie: Nur eine Sache im Leben ist wirklich essentiell für das Glück – positive Beziehungen mit seinen Mitmenschen zu haben.

Hier könnt ihr euch den Vortrag von Robert Waldinger ansehen:

Die Dokumentation über Minimalismus zeigt, dass langfristig Besitz und Konsum nicht glücklich machen. Und es geht vielen Menschen so. Kein Wunder, dass psychische Krankheiten wie Depressionen zunehmen. Unsere Gesellschaft wird immer materialistischer, durch Smartphones und Co. grenzen wir uns von unserer Umwelt ab, Kontakte und physische Beziehungen nehmen ab – dabei ist gerade letzteres wichtig für ein zufriedenes Leben.

Als ich heute einkaufen war, dachte ich mir: Wie viele Lebensmittel und Produkte stehen hier im Supermarkt in den Regalen, die vielleicht am Ende einfach weggeworfen werden? Werbung und Marketing suggerieren uns, dass wir nur glücklich sein können, wenn wir dieses oder jenes neue exklusive Produkt besitzen, das neueste Make-up, die neuesten Jeans, whatsoever, aber im Endeffekt spielen all diese Sachen für uns keine Rolle für unser Glücksempfinden.

Wenn ihr euch mehr für Minimalismus interessiert, besucht diese Website: http://www.theminimalists.com/