#warumichlese

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Warum ich lese?

Um des Lesens Willen.

Nein, ehrlich gesagt, ich weiß es nicht genau. Oder doch, aber kann es nicht genau in Worte fassen.

Als Kind liebte ich es zu lesen, weil ich mir meine eigenen Welten und Bilder erschaffen konnte und meiner Fantasie freien lauf lassen. Bücher wie „Oh wie schön ist Panama“, „Sophies Welt“ oder „Momo“ prägten mich und zeichnen mein Weltbild noch heute. Kindergeschichten finde ich am schönsten. In ihnen ist alles noch ungewiss. Die ideale Welt ist möglich.

Wenige „Erwachsenen“- Romane verbinden Idealität und Realismus. Die meisten arten in Kitsch oder Fantasy-Romanen aus. Selten sprechen mich Bücher so sehr an wie die Bücher, die ich als Kind las. In den Geschichten finde ich Halt und Trost – und ich möchte diese Geschichten auch an meine eigenen Kinder weiter geben. Sie haben die Generationen vor mir geprägt und sollen das auch nach mir.

Als Jugendliche habe ich Bücher oft als „Prestige“ gelesen. Weltliteratur verschlang ich – von Dostojewski bis Knut Hamsun – aber oft nicht, weil sie mir gefielen, sondern weil ich sie gelesen haben musste. Ich wollte einmal von mir sagen, dieses und jenes Buch gelesen zu haben.

Dabei legte ich zu großen Wert auf bekannte Namen und Nobelpreisträger und vergaß, aus Freude und Spaß zu lesen.

Irgendwann einmal nach der Matura und heute noch gehe ich stark nach einem subjektiven Empfinden beim Lesen aus. In den ersten Zeilen muss mich das Buch vollkommen vereinnahmen. Ansonsten lege ich es weg oder lese es nur halb oder überfliege es.

Sachbücher und Bücher, in denen ich mir tatsächliches Wissen aneignen kann, lese ich im Moment am liebsten. Ich weiß nicht, woran das liegt. Entweder ist meine Aufmerksamkeitsspanne so gering geworden oder ich habe einfach seit Langem kein richtig gutes und fesselndes Buch mehr gelesen.

An ein Buch, an das ich mich besonders stark erinnere, ist „Vincent“ von Joey Goebel. Der Schreibstil ist eher ein lockerer, bis zuletzt hat der Autor eine Spannung gehalten.

Auch eine Biographie über Putin „The unlikely rise of Vladimir Putin“ von Masha Gessen zählt zu den Büchern, die ich aus subjektiver Sicht toll fand.

Und wo wir schon bei der Subjektivität sind: Es gibt viele Gründe zu lesen und viele von ihnen sind sehr subjektiv. Beim Lesen finde ich, sollte auch das eigene Gefühl im Vordergrund stehen. Am tollsten ist es, einfach zu lesen, egal was, wobei auch das wieder fraglich ist – ein kritischer Blick auf einige Bücher zu werfen schadet nicht. Da wären wir aber schon bei einem anderen Thema…